Ratgeber › Artikel

Gebrauchtwagen-Mängel-Checkliste: 10 Warnsignale bei der Besichtigung

Von Philip Manhart, ehemaliger Autoverkäufer, Gründer von CarBuddy24. Zuletzt aktualisiert am 27.10.2026.

KI-generiertes Symbolbild: Mann prüft mit Taschenlampe ein Auto, daneben eine Checkliste mit 10 Warnsignalen sowie Detailbilder von Rost und Auspuffrauch

Der Verkäufer kennt sein Auto, du siehst es zum ersten Mal. Genau in diesem Ungleichgewicht verstecken sich die teuren Fehler. Eine Mängel-Checkliste ist deshalb kein Bürokratie-Ding, sondern dein Schutzschild: Sie sagt dir, wo du hinschauen und was du fragen solltest. Hier sind die 10 Warnsignale, auf die du bei der Besichtigung achten solltest.

Warum die Checkliste wichtiger ist als der Preis

Ein guter Preis ist nichts wert, wenn darunter ein Unfallschaden, ein Getriebeproblem oder ein manipulierter Kilometerstand steckt. Wer weiß, wo er hinschauen muss, fragt gezielter nach und lässt sich nicht von einem sauberen Innenraum blenden. Die zehn Punkte sind so sortiert, dass du sie vor Ort der Reihe nach durchgehen kannst.

Die 10 Warnsignale bei der Besichtigung

1. Rost an Schwellern, Radläufen und Unterboden

Nimm eine Taschenlampe mit und leuchte unter das Auto, in die Radläufe und an die Schweller. Rost nennt der ÖAMTC ausdrücklich als Punkt, auf den du beim Gebrauchtwagen achten solltest. Ist der Unterboden bei einem älteren Auto frisch beschichtet, frag nach, was darunter war.

2. Ungleichmäßige Spaltmaße

Vergleiche die Spalten zwischen Motorhaube, Kotflügeln, Türen und Heckklappe auf beiden Seiten. Ungleichmäßige Spaltmaße stehen ebenfalls auf der Liste des ÖAMTC. Sie können auf einen reparierten Unfallschaden hindeuten. Frag in diesem Fall gezielt nach Vorschäden, auch wenn im Inserat keiner steht.

3. Nachlackierungen und Farbunterschiede

Schau dir das Auto bei Tageslicht und in trockenem Zustand an, nie in einer dunklen Halle oder im Regen. So erkennst du Farbunterschiede leichter. Unterschiedliche Farbtöne zwischen benachbarten Teilen oder Lackreste an Gummidichtungen können auf eine Nachlackierung hindeuten. Das kann rein optisch sein oder nach einem Unfall gemacht worden sein: Frag, warum lackiert wurde.

4. Ölverlust und undichte Stellen

Schau unter das Auto und auf den Boden, wo es gestanden ist. Flüssigkeit unter dem Auto kann laut ADAC auf ein Problem an Motor oder Getriebe hinweisen. Ist der Motorraum auffallend frisch gereinigt, frag nach dem Grund: Eine Motorwäsche kann Undichtigkeiten verdecken.

5. Rauch aus dem Auspuff

Lass den Motor kalt starten und beobachte den Auspuff, beim Kaltstart und noch einmal, wenn der Motor warm ist. Blauer Rauch oder weißer Rauch, der auch bei warmem Motor nicht verschwindet, ist ein klarer Grund, das Auto vor dem Kauf in einer Werkstatt prüfen zu lassen.

6. Reifen und Felgen

Schau dir alle vier Reifen an. Sind sie ungleichmäßig abgefahren, etwa innen stärker als außen, frag nach: Das kann unterschiedliche Ursachen haben, vom Fahrwerk bis zu einem Vorschaden. Beschädigte Felgen nennt der ÖAMTC ebenfalls als Warnsignal. Und schau auf das Alter: Die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer auf der Reifenflanke zeigen Produktionswoche und Produktionsjahr.

7. Kilometerstand passt nicht zum Zustand

Abgegriffenes Lenkrad, durchgesessener Fahrersitz, abgenutzte Pedale, aber angeblich nur 60.000 Kilometer? Vergleiche den Verschleiß mit Laufleistung und Baujahr. Passt das nicht zusammen, prüf den Kilometerstand anhand der Servicehistorie (Papier oder digital) und der Rechnungen.

8. Kontrollleuchten

Schalte die Zündung ein: Die Kontrollleuchten sollten kurz aufleuchten und nach dem Start wieder ausgehen. Bleibt eine an, frag nach und lass das prüfen. Achte auch während der Probefahrt auf die Anzeigen im Cockpit. Wer sichergehen will, lässt vor dem Kauf den Fehlerspeicher in einer Werkstatt auslesen.

9. Bremsen und Fahrwerk

Schau dir die Bremsscheiben an, soweit sie durch die Felgen sichtbar sind: Rillen und Rost nennt der ÖAMTC als Warnsignal. Achte bei der Probefahrt auf Quietschen, Rubbeln oder ein Zittern im Lenkrad beim Bremsen, auf ein Ziehen zur Seite und auf Poltern über Bodenwellen. Hast du bei der Probefahrt kein gutes Gefühl, nimm das ernst. Auch das steht auf der Liste des ÖAMTC.

10. Lücken in der Fahrzeughistorie

Servicehistorie (Papier oder digital), Rechnungen, das letzte Pickerl-Gutachten und der Zulassungsschein müssen zusammenpassen. Fehlen Serviceeinträge oder gibt es auffällig viele Vorbesitzer, frag nach. Ohne nachvollziehbare Historie fehlt dir die wichtigste Grundlage für deine Entscheidung.

So gehst du die Checkliste vor Ort durch

Besichtige das Auto bei Tageslicht und nimm jemanden mit: Vier Augen sehen mehr als zwei, und du triffst nicht so leicht eine voreilige Entscheidung. Bitte den Verkäufer, das Auto vor deinem Besuch nicht zu starten. Dann gilt: erst schauen, dann starten, dann fahren. Und frag, was du wissen willst: Wie viele Vorbesitzer gab es? Wann war das letzte Service? Warum wird das Auto verkauft?

Bist du dir nach der Besichtigung nicht sicher, lass das Auto vor dem Kauf prüfen, etwa mit einem Ankaufstest bei einem Autofahrerclub wie dem ÖAMTC oder dem ARBÖ. Kaufst du beim Händler, hast du außerdem Gewährleistung. Was dabei gilt, steht in unserem Vergleich der Gebrauchtwagenportale.

Was dir CarBuddy24 dabei abnimmt

Bist du nach dem Check unsicher, schick CarBuddy24 auf WhatsApp einen Screenshot vom Inserat, ein Foto vom Zulassungsschein, die Eckdaten oder einfach eine Sprachnachricht. CarBuddy24 ordnet Modell, Motor und Unterlagen ein, nennt belegte Schwachstellen und Rückrufe und sagt dir, worauf du bei der Besichtigung achten solltest. Hast du das Auto vorher mit CarBuddy24 geprüft, schreib vor Ort „Besichtigung“: Dann bekommst du die wichtigsten Prüfpunkte für genau dieses Auto.

Keine zusätzliche App, kein Abo. Dein erstes Fahrzeug prüfst du kostenlos.

Jetzt kostenlos auf WhatsApp prüfen →

Fazit

Kein Gebrauchtwagen ist fehlerfrei. Aber nicht jeder Fehler muss dich Geld kosten, wenn du ihn vor dem Kauf erkennst. Mit diesen zehn Warnsignalen weißt du, wo du hinschauen und was du fragen solltest. Fällt dir ein Punkt auf, lass das Auto prüfen, bevor du unterschreibst. Wer prüft, bevor er zahlt, hat schon gewonnen.

Du hast ein Auto im Blick?

  1. WhatsApp öffnen und einen Screenshot vom Inserat oder die Eckdaten schicken
  2. Du bekommst die Prüfpunkte für genau dieses Auto
Auf WhatsApp öffnen

Dein erstes Fahrzeug prüfst du kostenlos. Danach: Such-Pass für einmalig 19,90 € – 14 Tage lang alle Fahrzeuge, die du dir ansiehst.

Erstes Fahrzeug
kostenlos prüfen
WhatsApp öffnen